Am Freitag, den 18. August veröffentlichte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler den offiziellen Drogen- und Suchtbericht 2017, der in diesem Jahr den Schwerpunkt mit einem Sonderkapitel auf das Thema von Kindern aus suchtbelasteten Familien legt. „Wir müssen uns viel mehr als bisher um die Kinder suchtkranker Menschen kümmern. Wenn wir die betroffenen Kinder nicht unterstützen, entwickelt ein Drittel von ihnen selbst eine Suchterkrankung und ein weiteres Drittel eine andere psychische Störung.„, so Mortler. Den Zahlen des Berichtes zufolge wachsen in Deutschland etwa drei Millionen Kinder mit mindestens eine suchtkranken Elternteil auf.

Alkohol und Tabak weiterhin auf hohem Niveau

Die am meisten konsumierten Suchtstoffe in Deutschland sind dabei auch weiterhin Alkohol und Nikotin. 72,5% aller Erwachsenen gaben im Jahr 2015 an, in den vergangenen 30 Tagen mindestens einmal Alkohol konsumiert zu haben. Die Quote der erwachsenen RaucherInnen lag bei rund 28 %. In der Folge führe dies zu etwa 121.000 Tabak-Toten und 74.000 Alkohol-Toten im Jahr, so Mortler in ihrer Pressekonferenz.

Persönliche Bilanz der Legislaturperiode

Die Bundesdrogenbeauftragte zog im Zuge dessen auch eine kleine Bilanz ihrer Amtszeit: „Der Drogen-und Suchtbericht 2017 macht deutlich, wie viel in dieser Legislaturperiode in der Drogen- und Suchtpolitik erreicht werden konnte. Ich denke dabei an das „Cannabis als Medizin-Gesetz“, das Verbot neuer psychoaktiver Stoffe, die Schockbilder auf Zigarettenverpackungen und die Novellierung des Substitutionsrechts.„, so Mortler.

Aus Sicht der Opposition stellte sich dies etwas anders dar. „Mortlers Bilanz der vergangenen vier Jahre fällt mager aus. Die Konsumzahlen sind gleichbleibend hoch. Gut gemeinte Appelle und das Vertrauen in Selbstverpflichtungen der Industrie reichen nicht aus, um riskantes Konsumverhalten zu reduzieren. Werbebeschränkungen für Tabak und Alkohol müssen endlich eingeführt und umgesetzt werden.“, erklärte Harald Terpe, drogenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen.

Weiterführende Infos

Der ausführliche Drogen- und Suchtbericht 2017 ist in diesem Jahr erstmals online auch als Flipbook abrufbar und lässt sich auf diese Weise bequem am Bildschirm durchblättern. Gemeinsam mit der Presseerklärung von Marlene Mortler kann man ihn hier abrufen.

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