Am 02. November wurde durch BADO e.V. die 20. Basisdatendokumentation über die Drogen- und Suchthilfe in Hamburg in 2016 veröffentlicht.

Daraus geht hervor, dass im Jahr 2016 In insgesamt 19113 Beratungsvorgängen 15473 verschiedene Personen in den ambulanten Einrichtungen der Hamburger Drogen- und Suchthilfe beraten und betreut wurden.

Hauptdroge der Hilfesuchenden war Alkohol. Fast zwei Drittel der KlientInnen gaben an, mit dem Suchtmittel Probleme zu haben. Dahinter folgen Cannabis, Heroin und Kokain. Etwa die Hälfte aller KlientInnen berichtete davon, mehrere Suchtmittel in riskanter Weise zu konsumieren.

Viele Ratsuchende in schwierigen persönlichen Lebenslagen

Viele Klientinnen und Klienten begannen mit der Beratung und Therapie in Zeiten von schwerer persönlicher Belastungen – mit gesundheitlichen und psychischen Problemen sowie in Zeiten von Arbeits- oder Wohnungslosigkeit. Nach den Erhebungen von BADO e.V. waren insgesamt 2603 der Betreuten zum Zeitpunkt des Hilfesuchens in Einrichtungen der Drogen- und Suchthilfe ohne festen Wohnsitz.

Untersuchungs-Schwerpunkt auf KlientInnen aus suchtbelasteten Familien

Ein Schwerpunkt der BADO-Datenerhebung lag auf dem Thema „Klientinnen und Klienten aus suchtbelasteten Familien“. In einer umfangreichen Spezialauswertung wurden in der Auswertung der Zahlen Betreute aus suchtbelasteten Familien mit jenen verglichen, in deren Elternhaus kein Elternteil eine Suchtproblematik aufwies. Dabei wurde deutlich, dass etwa die Hälfte aller Klientinnen und Klienten in einem Elternhaus aufwuchs, in dem mindestens ein Elternteil eine erkennbare Suchtproblematik aufwies. Bei Frauen war dies noch häufiger, als bei Männern der Fall.

Die Betroffenen aus suchtbelasteten Familien wiesen in der Regel noch stärkere biographische und psychosoziale Belastungen auf, als jene ohne suchtbelastetes Elternhaus. So hatten sie sehr viel häufiger körperliche und sexuelle Gewalt erfahren, begannen selbst früher mit dem Drogenkonsum und entwickelten sehr viel früher substanzgebundene Störungen.

Die Klientinnen und Klienten, die in den Hamburger Suchthilfeeinrichtungen 2016 betreut wurden, hatten insgesamt 6.586 minderjährige Kinder. Davon lebten 2.280 Kinder im Haushalt der betreuten Person.

Den vollständigen Bericht zum Download gibt es hier.

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