Die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) hat auf ihrer Mitgliederversammlung am Montag, den 05. November, ein 8-seitiges Positionspapier beschlossen, in dem sie die politischen Akteure in Hamburg dazu auffordert, sich für eine regulierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene in staatlich lizensierten Fachgeschäften einzusetzen.

Dazu Cornelia Kost, stellv. Vorsitzende der HLS: „Circa 130.000 Hamburgerinnen und Hamburger haben nach unseren Schätzungen innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens einmal Cannabis konsumiert. Diese Zahl allein zeigt, dass die Substanz – obwohl nicht frei zu erwerben und mit Strafandrohung belegt – für Erwachsene wie Jugendliche bislang offenbar leicht verfügbar und einfach zu bekommen ist.

Doch derzeit spielt sich der Erwerb auf dem Schwarzmarkt ab, Jugendschutzstandards gibt es dort nicht, Aufklärung über Wirkungen und Gefahren findet ebenfalls nicht statt. Für uns ist dieser Zustand nicht länger akzeptabel. Daher setzen wir uns für den Verkauf von Cannabis in einer begrenzten Anzahl staatlich lizensierter Fachgeschäfte ein, in denen Jugendschutzstandards gewährleistet werden können und in denen qualifizierte Beratung zum Konsum stattfinden kann. Eine solche Abgabe hätte aus unserer Sicht zahlreiche Vorteile: Stärkung von Prävention und Jugendschutz, Entkriminalisierung, Schaffung von Kontrolle des Marktes und Gesundheitsschutz durch Qualitätssicherung der gehandelten Substanz sowie durch fachkundige Aufklärung.

Wir fordern die politischen Akteure daher auf, endlich die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen für eine regulierte Abgabe von Cannabis zu schaffen und diese zügig voranzutreiben.

Das Positionspapier wurde auf der gut besuchten Mitgliederversammlung der HLS einstimmig bei wenigen Enthaltungen angenommen.

Darüber hinaus wählte die Versammlung einen neuen Vorstand, der die Geschicke des Vereins in den kommenden drei Jahren lenken soll.

In den geschäftsführenden Vorstand wurden gewählt: Dieter Adamski (therapiehilfe e.V.) als Vorsitzender, Egon Golsch (abstinent fahren e.V.) und Cornelia Kost (therapiehilfe e.V.) als StellvertreterInnen.

Der Vorstand wird komplettiert durch die BeisitzerInnen Marita Juncker (Die Boje), Thomas Zeikau (Martha-Stiftung), Detlev Burkart (betriebliche Suchthilfe), Christine Tügel (jugendhilfe e.V.), Siegfried Baumann (Guttempler Hamburg), Urs Köthner (freiraum e.V.) und Frank Craemer (LUKAS Suchthilfezentrum Hamburg-West).

Das vollständige Positionspapier der HLS zur regulierten Abgabe von Cannabis finden Sie hier als PDF zum Download.

Share