Die Vor- und Nachteile des Cannabisverbotes für die suchtpräventive Arbeit waren Inhalt einer jetzt veröffentlichten Studie von Dr. Jens Kalke und Hermann Schlömer vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD).

Anlass für die 2017 durchgeführte Befragung von Suchtpräventionskräften in NRW, die vom ISD aus Eigenmitteln finanziert wurde, war eine zunehmende Diskussion um politische Bestrebungen und Modellversuche zur kontrollierten Abgabe von Cannabis für den Freizeitkonsum. Immer wieder werde dabei in Positionspapieren, wie Kalke und Schlömer erläutern, unter anderem die These aufgestellt, dass ein staatliches Verbot des Cannabiskonsums Präventionsbemühungen erschwere.

Die beiden Wissenschaftler konnten zu diesem Thema letztlich insgesamt 94 Fachkräfte aus dem Bereich der Suchtprävention im Bundesland Nordrhein-Westfalen befragen und stellten auf 6 Seiten verschiedene Thesen bezüglich der Vor- und Nachteile eines gesetzlichen Verbotes von Cannabis-Freizeitkonsum zur Diskussion.

Dabei stimmten z.B. nur 13% der Befragten der These zu, dass durch das staatliche Verbot eine generell abschreckende Wirkung vermittelt werde. 87% hingegen teilten diese These eher nicht. 89% der Befragten erklärten hingegen, aus ihrer Sicht könne durch das Verbot nicht glaubwürdig über Cannabis und Alkohol im Vergleich gesprochen werden. Auch fanden 66%, dass die Erreichung der Konsumierenden mit Präventionsangeboten durch das Verbot schwerer sei.

Eine ausführlichere Erläuterung der Studie sowie der ermittelten Befragungsergebnisse wurde Ende 2018 im Schweizerischen Suchtmagazin veröffentlicht und ist hier online zum Nachlesen kostenlos abrufbar.

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