In einer Sonderauswertung der Deutschen Suchthilfestatistik 2016 hat sich das Institut für Therapieforschung (IFT) in München damit befasst herauszufinden, wieviele Menschen mit Migrationshintergrund sich in Deutschland Hilfe auf Grund von Suchtproblematiken suchen und welche das sind. Als Migrationshintergrund wurde dabei gezählt, wer selbst aus einem anderen Land nach Deutschland migriert ist oder als Kind von Migranten geboren wurde.

Dabei betrug der Anteil von Menschen, auf die das zutrifft und die im Jahr 2016 in ambulanten Einrichtungen der Suchthilfe behandelt wurden, etwa 15,3%. Über die Hälfte davon, nämlich 61%, sind selbst nach Deutschland gekommen, während 39% als Kind von MigrantInnen geboren wurden.

Etwas anders sieht es im stationären Bereich der Suchthilfe aus: nur 13,5% der dort Behandelten haben einen Migrationshintergrund. Von diesen Personen sind immerhin 73% selbst migriert.

Insgesamt zeigt sich bei beiden Behandlungsformen, dass der Anteil an behandelten Frauen mit Migrationshintergrund deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Zwischen 17 und 18 Prozent der Behandelten mit Migrationshintergrund in der ambulanten wie stationären Suchthilfe sind Frauen, während deren Anteil bei Behandelten ohne Migrationshintergrund bei 24 bis 27 Prozent liegt.

MigrantInnen in Suchtbehandlung sind insgesamt etwas jünger als Menschen ohne Migrationshintergrund und befinden sich etwas häufiger in einer festen Partnerschaft.

Interessant sind zudem die Diagnosen, wegen derer Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland Hilfe suchen. Ihr Anteil bei den KlientInnen mit Hauptproblem Alkohol ist etwas geringer als im Durchschnitt. Dafür allerdings findet sich diese Gruppe überdurchschnittlich bei Problemen mit Cannabis und Opioiden wieder. Auch Pathologisches Glücksspiel ist unter KlientInnen mit Migrationshintergrund ein leicht stärkeres Problem als bei jenen ohne.

Insgesamt hat das IFT außerdem die Angaben zu Bildungsabschlüssen, Beschäftigungssituation und anderen Faktoren genauer ausgewertet. Die gesamte Sonderauswertung findet sich online hier kostenlos zum Download.


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