Am Mittwoch, den 17. April 2019 hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) ihr Jahrbuch Sucht 2019 in Berlin vorgestellt. Jährlich werden darin aktuelle Daten und Fakten zum Suchtmittelkonsum in Deutschland zusammengefasst sowie wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht, die sich mit Schwerpunkten rund um Sucht und Suchtkrankenhilfe in Deutschland befassen.

Ein Schwerpunkt des Berichts liegt in diesem Jahr auf dem Thema Glücksspiel. So macht die DHS gemeinsam mit dem Fachverband Glücksspielsucht e.V. und Dr. Gerhard Meyer von der Uni Bremen darauf aufmerksam, dass bestehende gesetzliche Regelungen zur Kontrolle des Automatenspiels sowie des Glücksspiels in Online-Casinos vielfach unterlaufen werden. In separaten Pressemitteilungen zum Automatenspiel und zu Online-Glücksspielen fordert sie die Politik auf, hier besser zu kontrollieren und Verstöße konsequenter zu ahnden. Außerdem sollten die Bundesländer im Rahmen der Verhandlungen um den Glücksspieländerungsstaatsvertrag hier gemeinsam an einem Strang ziehen, um Suchtpotentiale zu minimieren, wie der Fachverband Glücksspielsucht e.V. betont.

Bezüglich des Suchtmittelkonsums in Deutschland allgemein bleibt Alkohol auch weiterhin die Volksdroge Nummer 1 – allerdings ist hier ein leicht positiver Trend erkennbar. So sank der Gesamtverbrauch alkoholischer Getränke von 2016 auf 2017 um 2,38%. Er liegt damit jedoch noch immer bei beachtlichen 131,1 Litern Fertigware pro Kopf in Deutschland und etwa 74.000 Todesfälle lassen sich jährlich auf missbräuchlichen Alkoholkonsum zurückführen.

Die DHS forderte in ihrer Pressekonferenz zum wiederholten Male effektivere Präventionsmaßnahmen wie Preiserhöhungen, Angebotsreduzierungen und eine Beschränkung der Werbung für Alkohol in Deutschland. Die komplette Pressemitteilung mit den wichtigsten Zahlen und Forderungen kann hier heruntergeladen werden. Das Jahrbuch selbst kann ab sofort über die DHS bestellt oder in öffentlichen Bibliotheken eingesehen werden.


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