In einem 14-seitigen Papier hat der Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. (fdr) im Juli diesen Jahres eine Übersicht darüber erstellt, welche verschiedenen Modelle der Regulierung und Entkriminalisierung von Cannabis sowie anderen Drogen es europa- und weltweit gibt. Außerdem wird auf die Repressionsstrategien in unterschiedlichen deutschen Bundesländern eingegangen, medizinische sowie gesundheitliche Auswirkungen von Cannabiskonsum werden erläutert und vieldiskutierte Vor- und Nachteile einer Entkriminalisierung fasst der fdr übersichtlich zusammen.

Grundlage des Papiers war die Erkenntnis, dass Cannabis in Deutschland, Europa und auch weltweit das am häufigsten illegal konsumierte Suchtmittel ist. Schätzungsweise 3 Millionen Menschen in Europa konsumieren es nahezu täglich. Bisher wird in der Bundesrepublik der Ansatz der Präventon verfolgt. Die Bundesländer gehen dabei allerdings strafrechtlich teilweise sehr unterschiedlich mit Menschen um, bei denen Cannabis sichergestellt wird.

Trotz der Einsetzbarkeit auch im medizinischen Bereich ist Cannabis eine psychoaktive Substanz, deren Konsum Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat. Die Wahrscheinlichkeit der Verstärkung von Psychosen kann Untersuchungen zufolge mit dem Cannabiskonsum ansteigen, zudem geht man davon aus, dass etwa 1% der deutschen Bevölkerung einen kritischen Konsum oder gar eine Abhängigkeit von Cannabis aufweisen.

Der fdr erläutert in seinem Papier verschiedene internationale Modelle des Umgangs mit Cannabis und auch anderen Drogen – von der völligen Entkriminalisierung des Besitzes z.B. in Portugal bis hin zur kontrollierten legalen Abgabe an Erwachsene in Kanada. Zudem wird aufgezeigt, welche Instrumente des Jugendschutzes dabei jeweils relevant erscheinen.

Das Papier in voller Länge inklusive der Quellenangaben dazu kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

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