Am 9. Juni hat die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) ihren aktuellen europäischen Drogenbericht 2021 veröffentlicht.

Der Bericht liefert jährlich Daten, Fakten, Trends und Analysen zu Drogenkonsum und Drogenhandel in ganz Europa. In diesem Jahr lässt er erste Rückschlüsse auch darauf zu, wie sich diese Bereiche während der Corona-Pandemie entwickelt haben. Er bestätigt Beobachtungen, die auch schon ad-hoc-Befragungen nahegelegt hatten: Diejenigen, die bereits vor der Pandemie Suchtmittel in bedenklichem Ausmaß konsumiert konsumiert haben, konsumierten während der Krise eher noch mehr, dafür aber fast nur im privaten Umfeld. In Party-Settings fand, wie man sich denken kann, hingegen kaum Konsum statt. Bei Gelegenheitskonsument*innen lässt sich erfreulicherweise einen Rückgang beobachten – und zwar bezogen auf so gut wie alle Suchtmittel.

Insgesamt haben europaweit knapp 29 % Prozent der Bevölkerung – in Zahlen etwa 83 Millionen Menschen – in ihrem Leben schon einmal illegale Drogen konsumiert. Die Substanz, die dabei am weitesten verbreitet ist, bleibt Cannabis. Auf Platz zwei folgt Kokain. Die Zahlen gehen in Europa allerdings stark auseinander. Während in Malta 4 % der Bevölkerung schon einmal Cannabis ausprobiert haben, sind es in Frankreich 45 %.

Auch pandemiebedingte Veränderungen auf dem Drogen-Markt lassen sich dank des Europäischen Drogenberichts beschreiben: es gab weniger Straßenverkäufe, dafür verlagerte sich das Geschäft in den virtuellen Raum und private Messengerdienste wurden vermehrt genutzt. Im Bereich der organisierten Drogenkriminalität erfolgte kamen weniger illegale Substanzen auf den Handelswegen per Land an, dafür mehr auf dem Seewege mithilfe von Containerschiffen.

Wer mehr Daten, Fakten und Trends – auch auf die Länder aufgegliedert – im Europäischen Drogenbericht 2021 nachlesen will, findet diesen hier zum kostenlosen Download als PDF.

Share