Trans, nichtbinäre und genderdiverse Menschen erleben in der Suchthilfe häufig strukturelle Barrieren: fehlende Fachkenntnis, Angst vor Diskriminierung und Angebote, die ihre Lebensrealitäten nicht abbilden. Seit 2019 bietet Therapiehilfe gGmbH deshalb eine spezialisierte, communitynahe Suchtberatung an, die PeerExpertise, psychotherapeutische Begleitung und digitale Zugänge verbindet. Die aktuelle S3Leitlinie fordert genau solche kontinuierlichen, niedrigschwelligen Beratungsstrukturen.
Der Vortrag führt in das nichtpathologische Modell geschlechtlicher Vielfalt ein: Geschlecht zeigt sich als komplexer, mehrdimensionaler Raum, den biomedizinische Forschung lange vereinfacht und hierarchisiert hat. Biologische, psychologische und soziale Faktoren wirken zusammen und prägen auch Risikoprofile, Belastungen und Ressourcen im Kontext von Sucht. Gleichzeitig wird sichtbar, wie traditionelle medizinische Kategorien patriarchale und cisnormative Machtverhältnisse stabilisieren – mit Folgen für Diagnostik, Versorgung und Teilhabe.
Anhand der Erfahrungen und Daten aus 7 Jahren spezialisierter Beratung zeigt Psychotherapeutin Cornelia Kost, wie machtkritisches, diversitätssensibles Arbeiten vulnerable Gruppen stärkt und Versorgungslücken wirksam schließt.
Veranstaltungsort
Therapiehilfe gGmbH
4B TransSuchtHilfe
Hammer Landstraße 56
20537 Hamburg
